Demenzkranke finden sich in unsrer Realität zunehmend nicht mehr zurecht – sie leben in einer eigenen Welt, die zeitlich meist um Jahrzehnte zurückversetzt liegt. Jeder begegnet uns mit seiner individuellen Biographie und bedarf unsererseits einer Zugangsweise, die ihn dort erreicht, wo er sich gerade befindet.

Im Zentrum sollte unsere vertrauensgebende Beziehung zu diesen Menschen stehen.

Ganzheitlich personenzentrierte Kultur in der Altenhilfe

-       ein validierendes/wertschätzendes Pflege- und Betreuungskonzept

Diese Fortbildung ist sehr praxisnah konzipiert. Sie bindet die Erfahrungen der Teilnehmer ein und vermittelt Wissen über neue Betreuungsmethoden im Umgang speziell mit durch eine Demenz behinderte Menschen.

Neben diesem 3 tägigen Grundkurs ist es möglich weiterführende Fortbildungseinheiten zu besuchen:

 

-   2 –Tagesseminar zu Demenzerkrankungen

-     2– Tagesseminar zur Vertiefung und Reflektion der Umsetzung in der Praxis

-         Jeder Teilnehmer erhält ein Zertifikat.

Warum möchte ich Ihnen die validierende Begleitung näher bringen?(Ausschreibetext)

In meiner praktischen Arbeit und auch später in den Fortbildungen habe ich immer einen wertschätzenden, verstehenden Pflegeansatz, der den Menschen ganzheitlich sieht, vertreten und verbreitet. In der psychiatrischen Arbeit mit alten dementen Menschen fand ich den Weg der strikten Realitätsorientierung unbefriedigend für mich selbst und für die dementen Menschen. Mit den ersten Versuchen sich mit Hilfe der validierenden Begleitung auf die Erlebniswelt des Dementen einzulassen, spürte ich sofort, daß ich einen anderen Zugang zu diesen Menschen bekomme. Sie fühlten sich verstanden und entwickelten Vertrauen. Nun konnte eine pflegetherapeutische Beziehung erst aufgebaut werden.

 

In Kombination mit weiteren wertschätzenden und verstehenden Umgangsformen, Therapieansätzen und stützendem Milieu wird die validierende Begleitung zum einfachen aber sehr wirkungsvollen Instrument der Gesprächsführung, als Haltung und zur Begleitung dementer, alter Menschen.

 

In den stationären Einrichtungen wird die Zahl der gerontopsychiatrisch veränderten Menschen immer größer. Der Anteil der durch eine Demenz behinderten Menschen liegt zur Zeit schon bei 80% und es werden immer mehr. Dies stellt die Mitarbeiter vor neue Herausforderungen. 

  Menschen mit Demenz  benötigen eine fachgerechte, ressourcenorientierte, pflegerische Versorgung. Ihnen angepasst muss die Lebensumwelt gestaltet sein, so dass sich Demente frei und sicher bewegen können, sie sollten sich darin geborgen und angenommen fühlen. Auch demente Menschen wollen noch aktiv sein. Sie brauchen Beschäftigungsangebote, die ihnen gemäß sind (Singen, Musik, Bewegung, Aktivitäten aus dem früheren Leben ....). Hierbei sollte das Ziel das Wohlgefühl der Betroffenen sein. Nicht die Bewertung der Orientierten nach Sinn und Zweck ist gefragt. So kann auch eine Handlung, die uns unsinnig erscheint, einem Demenzkranken das Empfinden geben, etwas Gutes geleistet zu haben.

 

 Im Zentrum dieser Fortbildung steht immer wieder das Normalisierungsprinzip, d. h. so alltags- und lebensgeschichtsnah und zwischenmenschlich vertraut die Begleitung dieser Menschen zu kreieren, wie möglich.

 

Ziel:

Nicht immer ist es einfach, Demente zu verstehen und zu erreichen (weder in ihren Äußerungen, noch in ihrem Verhalten), und doch finden wir in dieser Art des Umgangs gute Chancen dem Anderen zu begegnen und Lösungswege in zunächst schwierigen Situationen zu finden.

  Einheiten des Grundkurses:

1.Tag:

-1 ½ Std. Vorstellungsrunde

                Bestandsaufnahme der Teilnehmer-

                Erfahrungen

                (Rollenspiel, Arbeitsgruppen)

                Erleben Dementer

-Pause 15 Min.

-1 ½ Std. Theoretische Grundlagen umgesetzt an praktischen

                Beispielen

                Besondere Verhaltensprobleme

-Pause 30-60 Min.

                Einfühlen in die Welt Demenzkranker

                Ressourcen

                Personenzentrierter Ansatz

                Üben an Fallbsp.

2.Tag:

1 ½ Std.Grundsätzliches zur Kommunikation

              Beschäftigungsmöglichkeiten

            

-15 Min Pause

              Mileugestaltung „Zuhause sein“

              Bedeutung der Lebensgeschichte

              Biographisches Gespräch (auch mit Hilfe von Milieu-

              Elementen)

-30 –60 Min Pause

             Umgang mit Krisen

             Fallbsp. – prakt. Üben

             Körpersprache

-15 Min. Pause

            90 Min.  Planung eines indivuell zugeschnittenen Tagesrhythmus.              Dokumentationsmöglichkeiten

für die Fortbildungsinhalte in der Pflegeplanung

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3. TAG: (Variable Module)

Was ist Bindungsverhalten?

Warum ist positive Beziehungsarbeit so wichtig?

Herausforderndes Verhalten

Kreative Lösungen

Praktisches Üben, Fallbesprechung aus der eigenen Einrichtung